„Online-Marktplatz“ soll Innenstadt aufwerten

Die Erlebnis- und Aufenthaltsqualität von Innenstädten und deren Einzelhandel sind eng miteinander verbunden. Geht es dem einen Bereich gut, wirkt sich das positiv auf den anderen aus, leidet der Handel, leidet auch die Innenstadt. Seit geraumer Zeit werden immer mehr Waren über das Internet gekauft. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen übereinstimmend, dass der Boom des Online-Handels anhält. Das bleibt nicht ohne Folgen für den lokalen Einzelhandel und die Innenstadt: „Weniger Ladenbesucher bedeuten weniger Menschen in der City, weniger Leben, weniger Erlebnis, weniger Einnahmen für Handel, Gastronomie und Dienstleistung, stagnierende oder sinkende Mieten, schlechtere Bauunterhaltung, Substanzverluste an Gebäuden. Aber auch: weniger menschliche Kommu­nikation und Miteinander“, erklärt Eckhard Homeister (Stadt Hildesheim, Wirtschaftsförderung).

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Sind sich sicher, dass ein Online-Marktplatz zur Aufwertung der Innenstadt beitragen wird (v. l.): Eckhard Homeister, Hans-Detlef Parsiegla, Fritz Wichmann, Sebastian Machens (alle Arbeitsgruppe „Online-Marktplatz Hildesheim), Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer, Boris Böcker (Geschäftsführer Hildesheim Marketing) und Katarina Semper (Stellvertretende Vorsitzende „Die Freundlichen Hildesheimer“). © Stadt Hildesheim

Um dem in Hildesheim entgegenzuwirken, möchte die Stadtverwaltung in Kooperation mit Hildesheim Marketing und dem Handel noch in diesem Jahr einen sogenannten „Online-Marktplatz“ etablieren, der in anderen Kommunen wie zum Beispiel Wuppertal schon positive Effekte generiert hat. Eine solche Plattform bietet jedem teilnehmenden Händler ein „Online-Schaufenster“ mit sehr persönlichen Präsentationsmöglichkeiten seines Waren­angebotes und dem Kunden die Möglichkeit des Online-Kaufs in seiner Stadt, auf Wunsch auch mit Auslieferung am gleichen Tag. Auf diese Weise wird – so paradox es auf den Blick scheinen mag – die Innenstadt gestärkt: Studien belegen, dass ein Großteil der Kunden zunächst online einen stationären Anbieter suchen, sich dann in sein Geschäft begeben, sich dort beraten lassen und auch im Laden kaufen. Das funktioniert vor Ort aber nur, wenn der Hildesheimer Handel in der digitalen Welt präsenter wird.

Daher ruft Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer den hiesigen Handel dazu auf, sich in den in Kürze folgenden Informationsveranstaltungen in den Quartieren über die Möglichkeiten des „Online-Marktplatzes“ zu informieren und daran teilzunehmen. „Für einen funktionierenden Markt­platz ist es erforderlich, dass möglichst viele Händler teilnehmen und möglichst viele Produkte eingestellt werden. Unsere Wirtschaftsförderung und die Freundlichen Hildesheimer haben in den letzten Monaten die Voraussetzungen für diesen virtuellen Marktplatz im Internet geschaffen: Jetzt gilt es, diese zu nutzen!“

In der Tat hat eine Arbeitsgruppe aus Freundlichen Hildesheimern und Wirtschafts­förderung der Stadt seit August 2016 an der konkreten Umsetzung des Projektes „Online-Marktplatz Hildesheim“ gearbeitet. „Die gemeinsame Entwicklung des Projektes ist essentiell. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre, dann muss der Online-Marktplatz selbständig laufen“, erklärt Eckhard Homeister.
Voraussetzung dafür sind mindestens 40 teilnehmende Händler und die Förderung des Projektes aus Mitteln
 des Landes Niedersachsen sowie die Einstellung eines „Kümmerers“ in Vollzeit für drei Jahre. Teil des Projektes ist es auch, freies WLAN in der Hildesheimer Innenstadt (Fußgängerzone vom Bahnhof bis zur Schuhstraße). „Dies kann nur gelingen, wenn geeignete Partner gefunden werden“, so Homeister.

Im Laufe des Projektes sind nach und nach diverse Serviceerweiterungen vorgesehen. Gedacht ist zum Beispiel an einen „Online-Wochenmarkt“ sowie an die Entwicklung eines Konzeptes für die Versorgung der Hildesheimer Bevölkerung mit Dingen des täglichen Lebens. Geplant ist außerdem die Einrichtung eines „Pools“ Studierender, um örtlichen Händlern entgeltlich Hilfe bei der technischen Umsetzung leisten zu können und eine aktive Verbindung zwischen Studierenden und dem „Online-Marktplatz“ zu schaffen. Das Projekt insgesamt wird in enger Kooperation mit Händlern, den Freundlichen Hildesheimern, Bürgern, Studierenden, Hochschulen sowie örtlichen IT- und Marketing­experten entwickelt und umgesetzt.

Falls im Mai seitens des Landes über den Förderantrag positiv entschieden wird, folgen im Juni/Juli Händler-Workshops zur Schulung. Der Startschuss für den „Online-Marktplatz“ könnte dann am 15. Oktober fallen.

Weitere Informationen zum Thema sind unter www.hildesheim.de/onlinemarktplatz erhältlich.

Stadt Hildesheim

Musicalworkshop in den Osterferien

Kinder und Jugendliche können während der Osterferien im April an einem Musicalwochenende im TfN teilnehmen.

Im April bietet das TfN vom 18. bis zum 22., jeweils von 14.30 bis 17 Uhr einen Musicalkurs mit dem Titel: „Wo kämen wir denn da hin?“ für alle zwischen elf und 13 Jahren an. Unter der Leitung von TfN-Musicaldarstellerin Teresa Scherhag geht die Gruppe der titelgebenden Frage „Wo kämen wir denn da hin?“ nach. Dabei probieren sich die Jugendlichen selbst aus und können erkunden, was mit den Mitteln des Gesangs, Spiels und Tanzes alles möglich ist. Die Teilnahmegebühr beträgt 35,00 Euro.

Anmeldungen nimmt Theaterpädagogin Bettina Braun, die auch für weitere Informationen zur Verfügung steht, noch bis zum 31. März unter Telefonnummer 05121 1693-212 oder unter b.braun@tfn-online.de entgegen.

TfN

Kino zum internationalen Frauentag: Hildesheimer Aktionsbündnis zeigt Oscar-nominierten Film „Hidden Figures“

Das Hildesheimer Aktionsbündnis gegen Gewalt an Frauen veranstaltet eine Kino-Matinée anlässlich des internationalen Frauentages. Am Sonntag, 5. März um 12 Uhr, startet im Thega Filmpalast der Spielfilm „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“. Zuvor laden die Veranstalterinnen ab 11 Uhr zum Sektempfang ein.

„In einer Zeit, in der ein offen frauenverachtender US-Präsident die Amtsgeschäfte übernimmt, erinnert der Film von Regisseur Theodore Melfi eindrücklich daran, was Amerika wirklich ‚great‘ gemacht hat: Die Idee, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben und Respekt verdienen“, sagt Schirmfrau Brigitte Pothmer. Der Film erzählt die wahre Geschichte der bislang weitgehend unbekannten schwarzen NASA-Mathematikerinnen Katherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson. Er spielt im Jahr 1962, also zu einer Zeit, in der von Gleichberechtigung der Geschlechter noch keine Rede sein konnte und die Rassentrennung in den USA noch Gesetz war. Obwohl sie als Schwarze zunächst nicht einmal die Toiletten im Hauptgebäude der Raumfahrtbehörde benutzen dürfen, kommt es in ihrer Mission entscheidend auf die außergewöhnlichen mathematischen Leistungen der drei couragierten Frauen an. Ihnen ist es zu verdanken, dass der NASA-Astronaut John Glenn als erster Mensch in einem Raumschiff erfolgreich die Erde umkreist und sicher landet – ein entscheidender Prestigeerfolg der Amerikaner im Kalten Krieg mit der Sowjetunion…

Hidden Figures ist 2017 für drei Oscars nominiert, u.a. für die Auszeichnung in der Kategorie „Bester Film“. Tickets gibt es für 8,50 EUR (ermäßigt 7,00 EUR) im Vorverkauf im Thega Filmpalast, Theaterstraße 6, 31141 Hildesheim.

 

Brigitte Pothmer, MdB

Statisten für „Doktor Faust“ gesucht

Das Theater für Niedersachsen sucht für die nächste Musiktheaterproduktion „Doktor Faust“ von Ferruccio Busoni schnellstmöglich junge, männliche Statisten mit einer sportlichen Figur. Die Proben dauern etwa drei bis vier Stunden, finden im Großen Haus Hildesheim statt und sind in der Regel in der Zeit von 10 bis 14 Uhr und/oder von 18 bis 22 Uhr. Für Proben und Vorstellungen gibt es eine Aufwandsentschädigung. Bei Interesse bitte bei der Leiterin der Statisterie, Mareike Zils, unter m.zils@tfn-online.de melden.

TfN

Neue Öffnungszeiten des Stadtbüros ab März

Bereits zum 1. August 2016 wurden die Öffnungszeiten des Stadtbüros angepasst und das Angebot an Terminen deutlich ausgebaut. Die Wartezeiten haben sich dadurch erheblich reduziert. Um den Service für die Bürgerinnen und Bürger noch weiter zu verbessern und Wartezeiten möglichst zu vermeiden, wird die Öffnungszeit donnerstags ab 1. März um eine halbe Stunde auf 18 Uhr verlängert. Allerdings wird für diesen Tag für Termine ab 15 Uhr eine vorherige Terminreservierung erforderlich sein. So sind während dieses Zeitraums zwar keine spontanen Besuche des Stadtbüros mehr möglich, der Ablauf wird jedoch für alle Seiten planbarer, sodass Wartezeiten vermieden werden können. Terminreservierungen sind auch zu den sonstigen Öffnungszeiten möglich und sehr empfehlenswert.

Die Öffnungszeiten ab 1. März:

Montag 7.30 – 15 Uhr

Dienstag 7.30 – 15 Uhr

Mittwoch 7.30 – 12 Uhr

Donnerstag 7.30 – 18 Uhr

ab 15 Uhr nur nach vorheriger Terminreservierung

Freitag 7.30 – 12 Uhr

Sonnabend 9 – 12 Uhr

nur nach vorheriger Terminreservierung

Termine können unter www.hildesheim.de/termin oder telefonisch unter 05121 301-2700 vereinbart werden.

Stadt Hildesheim

Kanalbauarbeiten im 3. Bauabschnitt – Osterstraße

Derzeit erstellt die Stadtentwässerung Hildesheim am Angoulêmeplatz zentrale Schachtbauwerke und wird ab den 27.02.2017 mit den Kanalbauarbeiten im 3. Bauabschnitt (Angoulêmeplatz – Osterstraße) beginnen.

Hierzu werden ab dem 27.02.2017 Parkverbotsschilder in der Jan-Pallach-Straße und der Osterstraße aufgestellt und diese beiden Straßen voraussichtlich ab dem 02.03.2017 nur noch als Sackgassen (von Bahnhofsallee bzw. Kaiserstraße aus) befahrbar sein.

Bereits am 25.02.2017 (ca. 08:00 Uhr bis ca. 12:00 Uhr) sind für die weitergehenden Kanalbauarbeiten Umverlegearbeiten am Angoulêmeplatz durch die EVI Energieversorgung GmbH durchzuführen. Unterbrechungen der Trinkwasser-versorgung werden direkt über die EVI Energieversorgung GmbH mit den betroffenen Haushalten abgestimmt.

Die Bernwardstraße, der Angoulêmeplatz und die Friedrichstraße (Ausnahme: Zufahrt Modepark Röther) sind weiterhin für den Lieferverkehr gesperrt. Eine Anlieferung kann in der Zeit von 19:00 Uhr bis 11:00 Uhr über Lieferzonen am Bahnhofsplatz (Zufahrt über Kreisel Bahnhofsallee) sowie an der Bernwardstraße (südliche Zufahrt über Hannoversche Straße) erfolgen.

Zufahrten zum Parkplatz der Deutschen Bank und zur Autowerkstatt in der Osterstraße sind über die Kaiserstraße möglich.

SEHi – Stadtentwässerung Hildesheim

Vortrag: Neues zum Feldhamster

Auf und in den guten Böden der Hildesheimer Börde ist der Feldhamster noch anzutreffen, während er vielerorts in Deutschland und Europa bereits von den Feldern verschwunden ist. Die Ursachen dieses beängstigenden Rückgangs einer streng geschützten Tierart und was dagegen unternommen werden kann erläutert Frau Nina Lipecki am kommenden Mittwoch dem 8. Februar in einem Vortrag. Sie hat sich in den letzten Jahren ehrenamtlich intensiv mit diesem Nagetier und seiner Lebensweise beschäftigt und Feldhamstervorkommen im Raum Hildesheim und darüber hinaus erfasst. Mit Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter sollen die Kartierungen in diesem Jahr fortgeführt werden. Der Vortragsabend ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der BUND Kreisgruppe Hildesheim und des ornithologischen Vereins zu Hildesheim und beginnt um 19:00 Uhr im Nachbarschaftszentrum b-west, Alfelder Straße, Ecke Hachmeisterstraße.

Matthias Köhler

ERKENNTNISSE DER CT-UNTERSUCHUNG VON DREI ÄGYPTISCHEN MUMIEN IM RAHMEN DES HILDESHEIMER MUMIENFORSCHUNGSPROJEKTES

Am  01.02.2017  wurden  drei  Mumien  im  Computertomographen des St. Bernward Krankenhauses in Hildesheim untersucht. Es handelt sich um eine Mumie aus dem UniversitätsMuseum Aberdeen und um zwei Mumien aus der anthropologischen  Sammlung  der  Georg  August-Universität  Göttingen.

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© RPM, Foto: Sh. Shalchi
Bisher liegen vorläufige Ergebnisse zu der ersten Mumie vor. Es handelt sich –  Inschriften auf dem Sarg zufolge  –  um den Körper einer Frau, die um 400 v. Chr. in der Region Luxor in Oberägypten lebte und die den Titel nebet per (= Herrin des Hauses)  führte.  Über  den  Zustand  der  Mumie  war  vor  der Untersuchung nichts bekannt. Die Mumie ist äußerlich völlig intakt  und  mit  einem  Perlennetz  verziert.  Unter  den  Binden offenbart  sich  ein  Erhaltungszustand,  der auf  höchstes Balsamierungsniveau schließen lässt. Die inneren Organe wurden  sorgfältig  entfernt  und  die  Leibeshöhlen  wurden  mit  einem  noch  nicht  eindeutig identifizierten  Füllmaterial  ausgestopft. Dabei ist es den Balsamierern gelungen, die Körperkonturen lebensnah zu erhalten. Auch das Gehirn wurde entfernt und in die Schädelhöhle wurden Füllmaterialien eingebracht.  Der  gesamte  Körper  wurde  mit  etlichen  Lagen  Leinenbinden  umwickelt,  deren  Zahl  wir  auf  ca.  fünfzig  schätzen. Eine Balsamierung, bei der alle Leibeshöhlen vollständig  ausgefüllt  wurden  und  bei  der  eine  so  enorme  Menge Leinenstoffe  eingesetzt  wurde,  ist  außergewöhnlich  und spiegelt  die Zugehörigkeit  der  oder  des  Verstorbenen  zur ägyptischen Oberschicht wider. Die Inschriften auf dem Sarg zeigen deutlich, dass es sich um eine Frau handelt. Dennoch gibt es Fälle, in denen Sarg und Mumie nicht zusammenge- hören, weshalb erst eine anthropologische Begutachtung das Geschlecht  eindeutig  bestätigen  kann.  Diese  und  weitere Ergebnisse  sind  in  den  kommenden  Wochen  zu  erwarten. Dabei  wird  auch  nach  Hinweisen  auf  Krankheiten  oder  die Todesursache  gesucht,  die  bei  ägyptischen  Mumien  aber meist nicht feststellbar ist, da die inneren Organe in der Regel  –  wie auch bei dieser Mumie  –  fehlen. Neben der Ganzkörperuntersuchung  wurde  eine  besonders  hochauflösende Untersuchung des Schädels durchgeführt, auf deren Grundlage  in  den  nächsten  Wochen  eine  Gesichtsrekonstruktion erfolgen  wird.  Auffallend  war  bei  der  ersten  Begutachtung des  Schädels,  dass  zahlreiche  Zähne  fehlen,  während  die Wirbelsäule wenig Abnutzungserscheinungen erkennen lässt
und dem ersten Eindruck zufolge auf ein eher jüngeres Sterbealter schließen lässt.

Die  Untersuchung  erfolgte  im  Rahmen  des  Hildesheimer Mumienforschungsprojektes,  das  ursprünglich  2015  im  Vorfeld  der  großen  Sonderausstellung  ‚Mumien  der  Welt’  begonnen wurde und nun dauerhaft fortgeführt werden soll. Es wurden  bereits  zahlreiche  Mumien  aus  Ägypten,  Peru  und von den Kanarischen Inseln sehr erfolgreich untersucht, wobei der Schwerpunkt bislang auf den bildgebenden Verfahren liegt.  Zukünftig  ist  jedoch  eine  Ausweitung  des  Methodenspektrums  geplant,  um  die  in  den  Mumien  enthaltenen  Informationen so weit wie möglich zugänglich zu machen, wobei dem Projekt als tragende Säulen drei Zielsetzungen, die sich  an  Vergangenheit,  Gegenwart  und  Zukunft  orientieren, zugrunde liegen:

•Es  sollen  Informationen  über  die  Verstorbenen  selbst,  ihre Lebensweise  und  –  soweit  möglich  –  die  Herkunftsgesellschaften erschlossen werden. Die Mumien sollen in den Kontext  ihrer  Kultur  und  ihrer  Zeit  eingebettet  werden  und  die dahinter  stehenden  Persönlichkeiten  sollen  rekonstruiert werden.
•Zugleich  werden  die  Mumien  auf  ihren  restauratorischen Bedarf  hin  untersucht.  Dies  ist  Teil  unserer  Achtung  und Wertschätzung  für  die  Verstorbenen,  die  für  uns  eine  wertvolle Quelle sind, die zugleich aber auch verdienen, mit größtem  Respekt  behandelt  zu  werden  und  deren  weitere  Existenz  auf  diese  Weise  gesichert  wird.  So  soll  dem  Wunsch dieser  Menschen,  in  Erinnerung  zu  bleiben,  auf  zweierlei Weise  begegnet  werden  –  indem  ihre  Körper  erhalten  werden  und  ihre  Namen  und Lebensläufe  der  Vergessenheit entrissen werden.
•Das  Hildesheimer  Mumienforschungsprojekt  ist  aber  auch zukunftsorientiert.  Mumien  sind  wertvolle  Quellen  nicht  nur für die historische sondern auch für die biologische und medizinische  Forschung.  Zum  Beispiel  sind  in  den  Mumien
Krankheitserreger  konserviert,  die  isoliert  werden  können und  deren  sequenzierte  Genome  wertvolle  Informationen über die Evolution dieser Bakterien liefern können, die unmittelbaren Eingang in die medizinische Forschung finden, besonders  im  Zusammenhang  mit  der  Resistenzentwicklung von Bakterien gegen Antibiotika, die ein immer drängenderes Problem  darstellt.  Es  ist  zu  erwarten,  dass  die  Mumienforschung auf diese Weise  zunehmenden Anteil an der Bewältigung ganz aktueller Probleme der Gegenwart und der Zukunft haben wird.

Oliver Gauert